Pferde – womit alles begann 🐎
Als autistisches Kind fand ich meinen Schutzraum in der Nähe der Pferde.
Fluchttiere – ich verstand sie so gut. Schreckhaft, hochsensibel, still, aber kraftvoll. Bei ihnen wurde meine Welt leiser.
Schon als kleines Mädchen verbrachte ich jede freie Minute im Reitstall. Ich liebte den Geruch von Heu, Leder, Erde und Pferdeschweiß. Während andere Kinder spielten, stand ich oft einfach nur vor einer Pferdebox und schaute einem Pferd beim Atmen zu. Und merkwürdigerweise genügte genau das.
Ich fühlte mich als Kind oft unsichtbar. Bei den Pferden war das anders. Sie nahmen Kontakt zu mir auf, ohne dass ich reden musste. Das war vielleicht das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich wirklich wahrgenommen fühlte.






Vom Pferdemädchen in den Leistungssport
Eigentlich wollte ich nie in den Leistungssport.
Ich wollte einfach nur reiten.
Doch schnell zeigte sich, dass ich Talent hatte. Schon früh wurde mir ein „besonderes Auge“ für Distanzen und Sprünge nachgesagt. Während andere noch zögerten, wusste ich intuitiv, wie ein Parcours zu reiten war.
Mit meinen Pferden Memento und Janosch gewann ich als Kind und Jugendliche zahlreiche Springprüfungen. Später wurde ich in den hessischen Landeskader berufen, ritt nationale und internationale Turniere und startete schließlich für die deutsche Equipe bei Nationenpreisen.
Mit 16 zog ich mit meinen Pferden zu einem der erfolgreichsten Trainer Deutschlands, wurde Mitglied des Bundeskaders und nahm an Sichtungen für Europameisterschaften teil.
Von außen war es eine große Erfolgsgeschichte.
Innerlich wurde es immer stiller.


Calais – das Pferd meines Lebens
Ein Pferd begleitete mich durch all diese Jahre: Calais.
Ein großer Holsteiner Wallach mit ruhigem Wesen, weitem Galopp und einer unglaublichen Präsenz. Während um mich herum alles schneller, lauter und leistungsorientierter wurde, blieb er mein Ruhepol.
Mit ihm stand ich auf großen internationalen Turnierplätzen, gewann schwere Springen und erlebte Momente, die ich nie vergessen werde. Einer der schönsten war nicht der größte Sieg – sondern ein stiller Abend in Aachen.
Ich ritt ihn über das Gelände der Soers bis an den berühmten Rasenplatz der Aachener Reitturniere. Wir standen einfach nur dort und schauten gemeinsam in die Weite. Keine Zuschauer, kein Druck, keine Schleifen. Nur wir beide.
Vielleicht war genau das immer das, wonach ich eigentlich gesucht hatte.


Was Pferde mich gelehrt haben
Heute sehe ich vieles anders als damals.
Ich habe dem Leistungssport bewusst den Rücken gekehrt.
Nicht aus Bitterkeit – sondern weil sich mein Blick verändert hat. Ich glaube heute, dass Gesundheit, Vertrauen und Beziehung wichtiger sind als Erfolg.
Und trotzdem bin ich dankbar für diesen Weg. Denn die Pferde haben mir etwas geschenkt, das bis heute meine Arbeit prägt: einen tiefen Blick für Bewegung, Körpersprache, Spannung, Energie und das Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch.
Wenn ich heute ein Pferd oder einen Hund beobachte, sehe ich nicht nur ein Symptom. Ich sehe Zusammenhänge. Ich sehe Bewegungsmuster, Emotionen, Stress, Kompensation und oft auch das, was zwischen Mensch und Tier geschieht.
Vielleicht arbeite ich deshalb anders als viele andere.
Nicht nur technisch. Sondern mit dem Wunsch, wirklich zu verstehen.
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